Fahrberichte - Michael Anders - Vergleichsbericht zwischen A160 lang (W168) und A200 CDI (W169)
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Erfahrungsbericht A200 CDI und Vergleich
nach dem Wechsel von A160 lang auf A 200 CDI

Autor: Michael Anders

24.01.2008

Nach 3 Jahren Praxistest und 75.000 Km ist es nun Zeit für einen Langzeit Erfahrungsbericht und einen Praxisvergleich zwischen unserem alten(168er) A160 lang und unserem neuen (169er) A200 CDI.

 

Zunächst zu unserem A160 lang:

Ein nach der Mopdellpflege gebauter 168-er, der offenbar sehr ausgereift war. Wir haben das Fahrzeug 4 Jahre und knapp 80.000 Km gefahren. Über den gesamten Zeitraum hatten wir keine Pannen. Außer der Erneuerung von Bremsbelägen und der vorderen Bremsscheiben gab es lediglich ab und zu bei großer Hitze mal einen Fehlalarm der Diebstahlwarnanlage mit Innenraumüberwachung, dessen Fehler von der MB-Werkstatt nicht ermittelt und somit auch nicht behoben werden konnte und einen verklemmten Fondsitz, der wohl aus Unkenntnis von einem Freund versehentlich einmal nicht richtig eingesetzt wurde.
Ein ansonsten erfreulich zuverlässiges Fahrzeug. Gut, die Fahrleistungen der 102 PS-Maschine waren zwar meistens ausreichend, aber insgesamt nicht berauschend. Einmal fuhr uns an einer Kreuzung ein Alfa 164 ins Heck. Beim Alfa war der Kühler vorne eingedrückt und lief aus. Bei unerem Mercedes war außer einem kleinen Kratzer an der Stoßstange zunächst nichts u sehen. Auch eine Untersuchung in der Mercedes Fachwerkstatt ergab nach Demontage des Stoßfängers keinen Schaden an der Karosserie.
Der Durchschnittliche Verbrauch lag bei ca. 8,5 l, was uns angesichts der Fahrleistung und der überwiegenden Nutzung auf Landstraßen und Autobahnen relativ hoch erschien. Der Platz im Fond begeisterte immer wieder die Mitfahrer.
Da wir als Berufspendler eine relativ hohe Fahrleistung haben, sollte unser Neuer ein Diesel sein und die Maschine sollte ein wenig mehr Fahrfreude aufkommen lassen. Eine Probefahrt mit einem A 200 CDI hat dann unsere Entscheidung maßgeblich beeinflußt. Mit seinen 300 Nm zieht der Motor von Beginn an richtig gut weg und der 6. Gang des Schaltgetriebes kann ab ca. 70 km/h eigentlich ständig eingelegt bleiben. Auf Autobahnen wird bei uns überhaupt nicht geschaltet und auch Steigungen und Überholvorgänge schafft die Maschine im 6. spielend. Auf Landstraßen wird nur bei großem Beschleunigungsbedarf geschaltet. Der Verbrauch ist somit auch wunderbar gering. Zum Beispiel auf der Autobahn von München nach Salzburg haben wir nur 4,8 l /100 Km verbraucht und auf einer Urlaubsreise von 1000 Km nach Kroatien konnten wir spielend mit einer Tankfüllung fahren. Bei der Ankunft in Makarska stand die Tankanzeige immer noch zwischen 1/4 und Reserve. Im Winter mit Winterreifen, Heizung, und Sitzheizung liegt der Verbrauch bei ca. 6 l.

 

Nun zu weiteren Fakten unseres neuen A 200 CDI:

Zunächst war für uns nach dem 168er Modell die konservative Innenraumanmutung des 169ers wieder gewöhnungsbedürftig. Die Fahrleistungen des 140 PS Dieseltriebwerks und der sparsame Verbrauch sind jedenfalls recht erfreulich. Leider hat das Fahrzeug einige unschöne Macken, die in einer Preislage von (ca. 34.000 EUR inkl. Volllederasstattung, Lamellenschiebedach, Klimaautomatik, Navigation, etc.) nicht sein dürften.
Einige Schönheitsfehler sind: Eine insgesamt zu hohe Geräuschentwicklung durch Fahrtwind. Insbesondere das Lamellenschiebedach macht in jeder Öffnungsposition zu laute Geräusche. Außerdem gibt es tatsächlich keine Kontrolllampe für das Fahrlicht. Insbesondere durch den automatischen Lichtsensor wäre es in der Dämmerung schon interessant zu wissen ob man mit oder ohne Licht unterwegs ist.
Einige Pannen und Defekte, die uns besonders genervt haben: Bei KM 35.200 bleibt das Kupplungspedal unten. Der Motor muß ausgebaut werden und ein Dichtungsring des Kupplungszylinders erneuert werden. Außerdem gibt es Klappergeräusche an der Vorderachse, die Mercedes auf Kulanz behebt. Doch seit KM 65.000 sind sie wieder da. Außerdem ermittelt die Inspektion nun einen defekten Stoßdämpfer. Bei KM 45.000 bleibt die Bremse während einer Autobahnfahrt hängen. Es fängt an zu rauchen. Die Fahrt muß unterbrochen werden. Der ADAC kann mit relativ großem Zeitaufwand das Fahrzeug soweit fahrbereit machen, daß eine Weiterfahrt zur Werkstatt möglich wird. Bei KM 60.300 geht an einer Ampel im Leerlauf der Motor aus und läßt sich zunächst nicht mehr starten. Erst ein herbeigerufener MB-Mechaniker kann das Fahrzeug starten, den Fehler jedoch nicht ermitteln.
Erwähnen möchte ich noch, daß das Fahrzeug wie vom Assist empfohlen zu jeder Inspektion in der Werkstatt war und immer alle empfohlenen Wartungsarbeiten durchgeführt wurden. Seit der Reparatur des Kupplungszylinders und dem damit verbundenen Ausbau des Motors ist unser Navigationsgerät nicht mehr einsatzbereit. Angeblich ist ein kleines Kästchen, welches die Radumdrehungen für das Navi ermittelt defekt. Ob dieser zeitliche Zusammenhang ein Zufall ist kann niemand sagen. Da das Kästchen 300.-EUR kostet haben wir nach alternativen Lösungsvorschlägen gefragt. Mercedes empfiehlt das Navi mit dem Umdrehungszähler des Reifendruckwarngerätes zu verbinden. 3x waren wir deswegen nach Voranmeldung in der MB-Werksatt, immer hat irgend etwas gefehlt und so geht das Navi noch immer nicht. Mehrere Türaufsteller und eine Seitenscheibendichtung müssen nach Defekt ausgetauscht werden. Bei Geschwindigkeiten über 200 Km/h gibt es plötzlich ein lautes Pfeifgeräusch vom Unterboden. Ein Teil der Unterbodenverkleidung muß zusätzlich befestigt werden. Die Scheibenwaschdüsen mit ihren jeweils dreistrahligen Düsen verstopfen regelmäßig und müssen ausgetauscht werden.



Fazit:

Das Auto ist eigentlich recht schön, insbesondere durch die gute Ausstattung und den räftigen Motor. Wir meinen jedoch, die meisten der aufgetretenenen Defekte sind vollkommen unnötig und gegenüber dem 168/2-Modell ein echter qualitativer Rückschritt. In deiser Hinsicht trauern wir unserem 168er noch nach.


     
 

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