Die Brennstoffzelle - Antrieb für die Zukunft
Hoher Wirkungsgrad, umweltverträglich und leise
Seit 1994 treibt DaimlerChrysler als Pionier die Brennstoffzellen-Technologie entscheidend voran
Stuttgart, 07.10.2002
Brennstoffzellen sind kleine elektrochemische Kraftwerke, die aus der Reaktion von Wasserstoff und Sauerstoff Energie freisetzen. Sie arbeiten mit einem hohen Wirkungsgrad und verursachen abhängig vom gewählten Kraftstoff fast keine oder überhaupt keine Emissionen. Die wasserstoffbetriebenen Brennstoffzellen selbst emittieren lediglich reinen Wasserdampf.
Für die Wasserstoffspeicherung und -zufuhr gibt es mehrere Möglichkeiten. Die wesentlichen sind: komprimierter gasförmiger oder flüssiger, auf einer Temperatur von mindestens -254 Grad gehaltenen Wasserstoff, Methanol, Benzin, Natriumborhydrid sowie Metallhydride. Jede Lösung hat dabei ihre Vor- und Nachteile, deshalb erprobt DaimlerChrysler verschiedene Optionen.
Das Prinzip der Brennstoffzelle wurde bereits im Jahr 1839 durch den englischen Physiker Sir William Grove entdeckt. Er erfand den Urtyp des kleinen elektrochemischen Kraftwerks, das aus Wasserstoff elektrische Energie gewinnt. In der Brennstoffzelle findet eine chemische Reaktion von Wasserstoff und Sauerstoff statt, bei der elektrische Energie und Wärme freigesetzt werden und chemisch reines Wasser entsteht. Die Brennstoffzelle ist wie ein Sandwich aufgebaut. Zwischen zwei gasdurchlässigen Elektroden aus Graphitpapier sitzt der Elektrolyt, eine protonendurchlässige Kunststofffolie oder Polymermembran, kurz PEM. Da eine einzelne Zelle nur eine geringe Spannung erzeugt, werden mehrere Zellen zu Stacks hintereinander geschaltet. Die vom Stack erzeugte elektrische Energie treibt den Elektromotor des Fahrzeugs an und versorgt die peripheren Elemente im Brennstoffzellensystem.
1994: NECAR 1
Mit seinem am 13. April 1994 der Öffentlichkeit vorgestellten ersten Brennstoffzellen-Fahrzeug NECAR 1 (New Electric Car) bewies DaimlerChrysler die technische Machbarkeit dieses neuen Antriebsprinzips. Die gesamte Ladekapazität des Mercedes-Benz-Transporters war mit 800 Kilogramm schweren Komponenten zur Energieerzeugung ausgefüllt, nur die Sitze für Fahrer und Beifahrer blieben frei. So glich das Versuchsfahrzeug eher einem rollenden Labor.
1996: NECAR 2
NECAR 2, eine Mercedes-Benz V-Klasse, wurde am 14. Mai 1996 vorgestellt, ist mit sechs Sitzplätzen ausgestattet. Sie hat eine Reichweite von 250 Kilometern und einer Höchstgeschwindigkeit von 110 km/h. Die Brennstoffzellentechnik mit einer Leistung von 50 Kilowatt passt unter die Hecksitzbank. Die Wasserstoff-Tanks finden im Dach Platz, so dass der Fahrgastraum uneingeschränkt zur Verfügung steht.
1997: NEBUS
Mit dem im Mai 1997 vorgestellten Brennstoffzellen-Bus NEBUS (New Electric Bus), demonstrierte Daimler-Benz eine weitere Einsatzmöglichkeit des Brennstoffzellen-Antriebs, hier für Stadtbusse. Mit einer einzigen Wasserstoff-Tankfüllung hat der NEBUS eine Reichweite von 250 Kilometern und bewältigt so leicht das für einen Linienbus übliche Tagespensum. Bei einer Leistung von 250 Kilowatt ermöglicht der Brennstoffzellen-Antrieb eine Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h. Im Linienbetrieb in Oslo, Hamburg, Perth, Melbourne, Mexico City und Sacramento demonstrierte der NEBUS seine Einsatzfähigkeit.
1997: NECAR 3
Mit dem NECAR 3 zeigte DaimlerChrysler erstmals, dass sich der Wasserstoff für die Brennstoffzelle sich auch direkt an Bord des Fahrzeugs aus einem flüssigen Kraftstoff herstellen lässt. Der NECAR 3 tankt Methanol und wird bis zu 120 km/h schnell. Neben dem Brennstoffzellen-System, samt umfangreichem Reformer, passen in das Testauto auf Basis der Mercedes-Benz A-Klasse zwei Fahrgäste.
1999: NECAR 4
Den kompakten Brennstoffzellen-Antrieb mit einer Leistung von 70 Kilowatt komplett im Sandwichboden einer A-Klasse unterzubringen, gelang den Ingenieuren von DaimlerChrysler erstmals 1999 im NECAR 4. Dieses Fahrzeug fährt mit flüssigem Wasserstoff, erreicht damit eine Höchstgeschwindigkeit von 145 km/h und hat eine Reichweite von 450 Kilometern. Für fünf Personen mit Gepäck bietet er ausreichend Platz. Dieser Stand der Technik wurde am 16. März 1999 in Washington D.C. (USA) der Öffentlichkeit vorgestellt.
Der NECAR 4a wurde für den Einsatz im Flottentest der „California Fuel Cell Partnership“ aufgebaut. Die weiterentwickelte Antriebstechnik basiert auf dem NECAR 4, nutzt aber Druckwasserstoff und ist wesentlich kompakter. Kern ist ein Brennstoffzellen-Stack mit 75 Kilowatt Leistung. Die Reichweite beträgt 200 Kilometer, die Höchstgeschwindigkeit 145 km/h. In umfangreichen Erprobungsfahrten sowohl im Winter als auch in der sommerlichen Wüste wurde das Fahrzeug härtesten Belastungen ausgesetzt.
2000: NECAR 5
Ein einsatztaugliches Brennstoffzellen-Auto, das mit dem Wasserstoffträger Methanol als Kraftstoff betrieben wird, stellt DaimlerChrysler im November 2000 mit dem NECAR 5 vor. Der technologische Nachfolger des NECAR 3 erreicht Geschwindigkeiten von über 150 km/h. Das komplette Antriebssystem samt Methanol-Reformer steckt auch hier im Unterboden der Mercedes-Benz A-Klasse. Es hat im Vergleich zum NECAR 3 50 Prozent mehr Leistung, ist halb so groß und 300 kg leichter.
NECAR 5 stellte 2002 einen Langstreckenrekord für Brennstoffzellen-Fahrzeuge von 5250 Kilometern auf. Er durchquerte Amerika von San Francisco bis Washington. Er musste dabei nach der Hitze Kaliforniens die Sierra Nevada und die Rocky Mountains bei Kälte und Schnee durchquere. Mehrere Pässe mit Höhen bis zu 2640 Metern bewältigte er ebenso wie Stop-and-go-Betrieb in großen Städten. Ziel dieser Unternehmung war es, die technischen Grenzen des Fahrzeugs im Alltagsbetrieb auszuloten.
2000: Jeep Commander 2
Der Jeep Commander 2 ist ein Sport Utility Vehicle (SUV) der Luxusklasse mit Brennstoffzelle, der demonstriert, dass der umweltfreundliche Antrieb auch für größere Fahrzeuge geeignet ist. Im Tank hat das Fahrzeug Methanol, aus dem an Bord der Wasserstoff reformiert wird.
2001: Hermes Sprinter
Bereits 2001 startete DaimlerChrysler zusammen mit dem Hamburger Hermes Versand Service eine Kooperation, um dem Mercedes-Benz Sprinter mit Brennstoffzellenantrieb im Alltagsbetrieb beim Kunden zu erproben. Das Fahrzeug nutzt gasförmigen Wasserstoff als Kraftstoff und hat eine Reichweite von 150 Kilometern. Mit einer Leistung des Elektromotors von 55 kW wird eine Höchstgeschwindigkeit von 120 km/h erzielt. Dabei schränkt die Brennstoffzellen-Technik an Bord den Laderaum des Transporters nicht ein. Im ersten Jahr seines Praxiseinsatzes legte der Sprinter über 16000 Kilometer in allen Jahreszeiten zurück und belieferte 4200 Kunden.
2001: Natrium
Der „Natrium“ basiert auf dem Chrysler Town & Country Minivan. Er fährt mit Natriumborhydrid (NaBH4), ein weißes Salz, in dessen Molekülen relativ viel Wasserstoff steckt. Mit Hilfe eines Katalysators entsteht elementarer Wasserstoff, der die Energie für die Brennstoffzelle liefert. Der Natrium hat eine Reichweite von 500 Kilometern, beschleunigt in 16 Sekunden von 0 auf 100 km/h und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 129 km/h.
2002: Citaro Stadtbus
Zehn europäische Verkehrsbetriebe haben je drei der revolutionären Citaro Stadtbusse erworben und werden sie zwei Jahre lang täglich im anspruchsvollen innerstädtischen Linienverkehr testen. Die Busse müssen sich bei nordischer Winterkälte genauso bewähren wie in spanischer Sommerhitze, sowohl in der Ebene als auch in hügeligen Regionen wie etwa Stuttgart. Der zwölf Meter lange Mercedes-Benz Citaro mit Brennstoffzellen-Antrieb haben eine Reichweite von ca. 200 Kilometern haben und eine Beförderungskapazität von bis zu 70 Fahrgästen. Die Brennstoffzelleneinheit mit 200 kW Ausgangsleistung sowie die Druckgas-Flaschen mit komprimiertem Wasserstoff sind auf dem Dach der Busse untergebracht.
2002: Mercedes-Benz A-Klasse „F-Cell“
Unter dem Namen „F-Cell“ werden diese Fahrzeuge einer weltweit ersten Kleinserie von Pkw mit Brennstoffzellenantrieb bei Kunden in Kooperationen in Europa, USA, Japan und Singapur eingesetzt werden. Das gesamte Brennstoffzellensystem findet bei der „F-Cell“ im Sandwichboden der Mercedes-Benz A-Klasse mit langem Radstand Platz. Die weitere Entwicklung der Brennstoffzellen-Technologie wird nun vor allem in der Praxis und in umfangreichen Feldtests vorangetrieben.
Neue Busse für Europa: DaimlerChrysler präsentiert weltweit erste Kleinserie von Brennstoffzellenbussen
30 Mercedes-Benz Citaro Stadtbusse mit Brennstoffzelle fahren ab 2003 in 10 europäischen Großstädten
Europäische Verkehrsbetriebe erproben Brennstoffzellen-Technologie und -Infrastruktur im anspruchsvollen täglichen Linienverkehr
Stuttgart, 07.10.2002
Er trägt die Seriennummer „Null“ – der erste Omnibus der europäischen Brennstoffzellen-Busflotte, der heute in Stuttgart der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Ab 2003 werden diese Busse auf Basis des Mercedes-Benz Citaro bei Verkehrsbetrieben in zehn europäischen Städten im anspruchsvollen täglichen Linienverkehr eingesetzt und erprobt. DaimlerChrysler hat damit als erstes Unternehmen bei der Brennstoffzellentechnologie den Schritt von den Prototypen zur Kleinserie vollzogen.
Dieser bisher einzigartige Test läuft dabei unter völlig unterschiedlichen Bedingungen ab: Die Busse müssen sich bei nordischer Winterkälte genauso bewähren wie in spanischer Sommerhitze, in der Ebene wie auch in hügeligen Regionen wie etwa Stuttgart. Der emissionsfreie Betrieb der Omnibusse ist gerade im Stadtverkehr ein bedeutender Vorteil der Brennstoffzellenfahrzeuge.
Dazu DaimlerChrysler Vorstand Dr. Eckhard Cordes, zuständig für das Nutzfahrzeuggeschäft: „Der Stadtbusverkehr ist das ideale Feld, um die Brennstoffzelle als Fahrzeugantrieb in der Praxis zu erproben. Ich bin stolz darauf, dass es uns gelungen ist, aus dem Mercedes-Benz Citaro das erste Serienfahrzeug der Welt mit Brennstoffzellenantrieb zu entwickeln“.
Mercedes-Benz Citaro mit Brennstoffzellen-Antrieb
Der zwölf Meter lange Mercedes-Benz Citaro mit Brennstoffzellen-Antrieb hat eine Reichweite von circa 200 Kilometern und – abhängig von der individuellen Kunden-Ausstattung - eine Beförderungskapazität von bis zu 70 Fahrgästen. Die Brennstoffzellen-Einheit mit mehr als 200 Kilowatt Ausgangsleistung sowie die Druckgas-Flaschen mit dem auf 350 bar komprimierten Wasserstoff sind auf dem Dach der Citaro-Busse untergebracht. Die Spitzengeschwindigkeit beträgt bis zu 80 km/h. Elektromotor, Getriebe, Gelenkwelle und mechanische Hinterachse befinden sich im Heckbereich der Busse. Drei Türen ohne Einstiegsstufen, der durchgängige Niederflur-Bereich bis ins Heck und der geräuscharme Betrieb sorgen für eine angenehme und bequeme Beförderung der Passagiere im öffentlichen Personen-Nahverkehr.
Ab 2003 in zehn Städten in Europa im Einsatz
Die Busse werden ab Mitte 2003 sukzessive in Kontingenten von je drei Fahrzeugen an die Kunden ausgeliefert. Bereits im März 2001 wurden die Busse an die zehn Verkehrsbetriebe verkauft, die sich am Europäischen Brennstoffzellen-Busprojekt beteiligen. Bei dieser groß angelegten europaweiten Erprobung werden wichtige Erkenntnisse über die Bewährung des Brennstoffzellenantriebs im Alltag gewonnen. Dazu werden bei den Verkehrsbetrieben verschiedene Möglichkeiten der Wasserstoffgewinnung und der Infrastruktur erprobt. Die Europäische Union unterstützt die teilnehmenden Verkehrsbetriebe mit Fördermitteln im Rahmen des Projektes CUTE (Clean Urban Transport for Europe) und ECTOS (Ecological City Transport System).
In folgenden Städten werden die Citaro Brennstoffzellen-Busse zum Einsatz kommen: Amsterdam, Barcelona, Hamburg, London, Luxemburg, Madrid, Porto, Reykjavik, Stockholm und Stuttgart.
Vom Prototyp zur Kleinserie
Der Mercedes-Benz Citaro mit Brennstoffzellen-Antrieb ist der technologische Nachfolger des NEBUS (New Electric Bus). Mit diesem Prototyp auf Basis des Stadtlinienbusses O 405 rollte 1997 erstmals ein Mercedes-Benz-Omnibus mit Brennstoffzellen-Technologie über die Strassen und hat seitdem seine technische Leistungsfähigkeit an verschiedenen Orten weltweit unter Beweis gestellt.
Mit den Citaro Stadtbussen wird der innovative und saubere Antrieb nun für viele Menschen im Alltag erfahrbar. Mehrere tausend Fahrgäste werden täglich in Europa diese emissionsfreie Technologie hautnah erleben.
"F-Cell": Weltweit erste Flotte von Brennstoffzellen-Pkw geht in den Praxistest
Mercedes-Benz A-Klassen mit Brennstoffzellenantrieb setzen weiteren Meilenstein auf dem Weg zur Marktreife der Null-Emissions-Fahrzeuge
In Praxistests wird die Entwicklung der Brennstoffzellen-Technologie weiter vorangetrieben
Die ersten von insgesamt 60 Fahrzeugen werden ab 2003 in kleinen Flotten im Rahmen von internationalen Kooperationen in Europa, USA, Japan und Singapur eingesetzt
Stuttgart, 07.10.2002
„F-Cell“ heißen die weltweit ersten Fahrzeuge einer Flotte von Pkw mit Brennstoffzellenantrieb, von denen das erste heute in der DaimlerChrysler Konzernzentrale in Stuttgart-Möhringen vorgestellt wurde. Es handelt sich dabei um die Mercedes-Benz A-Klasse mit Brennstoffzellenantrieb, die ab 2003 bei Kunden im Rahmen von internationalen Kooperationen in Europa, USA, Japan und Singapur in Praxistests erprobt wird. Die weitere Entwicklung dieser Technologie wird nun vor allem in der Praxis und in umfangreichen Feldtests vorangetrieben.
Prof. Ferdinand Panik, Leiter der Brennstoffzellenentwicklung bei DaimlerChrysler erklärte dazu: „Wir sind stolz darauf, dass wir mit diesen Fahrzeugen als erster Hersteller Brennstoffzellen-Pkw in einer kleinen Serie auf die Strasse bringen. Die wasserstoffbetriebenen F-Cell A-Klassen sind echte Null-Emissions-Fahrzeuge, die das Stadium der reinen Forschungsfahrzeuge verlassen haben und sich nun auf dem Weg in die Felderprobung befinden.“
Seit der Vorstellung des ersten NECAR (New Electric Car) im Jahr 1994 hat DaimlerChrysler als Pionier die Entwicklung der Brennstoffzellen-Technologie entscheidend vorangetrieben und 20 Konzeptfahrzeuge vorgestellt. Damit wurde die technische Machbarkeit dieses wegweisenden Antriebsprinzips mit der „Brennstoffzelle“ demonstriert. Die Brennstoffzelle fungiert hierbei als elektrochemischer Energiewandler, der an Bord der Fahrzeuge aus Wasserstoff Energie für den Elektromotor erzeugt. Größe und Gewicht der Antriebseinheit wurden seither erheblich reduziert und die Leistung deutlich verbessert.
Mit den Mercedes-Benz A-Klassen „F-Cell“ kommen nun erstmals Pkw auf die Strasse, die dem reinen Forschungsstadium entwachsen sind. Sie werden unter seriennahen Bedingungen aufgebaut und im Rahmen staatlich geförderter internationaler Kooperationen von Kunden im Alltag gefahren und erprobt. Sie markieren einen Meilenstein in der Automobilgeschichte und demon-strieren einmal mehr die technologische Kompetenz des Unternehmens. Zusammen mit den Citaro Stadtbussen und dem Hermes Sprinter stellt DaimlerChrysler mit den F-Cell A-Klassen nun auch Brennstoffzellen-fahrzeuge für das Pkw-Segment vor, um diese Technologie langfristig für private Kunden verfügbar zu machen.
Bis die „F-Cell“ zum Fahrzeug für Jedermann wird, ist jedoch noch umfangreiche Entwicklungsarbeit zu leisten, die nicht allein in der Hand von einem Fahrzeughersteller liegen kann. Dazu Prof. Jürgen Hubbert, im DaimlerChrysler Vorstand zuständig für das Geschäftsfeld Mercedes-Benz Pkw und smart: „Mit der Brennstoffzellentechnologie haben wir die Chance, Mobilität und Umweltverträglichkeit zusammenzubringen und damit einen großen Beitrag für unsere Gesellschaft zu leisten. Damit die Brennstoffzelle in absehbarer Zeit auf den Markt kommen kann, muss vorrangig die Frage des Kraftstoffes und der Infrastruktur in einer weltweiten Initiative gemeinsam mit der Politik, der Mineralölindustrie und der Energiewirtschaft geklärt werden. Aber auch die Entwicklungsingenieure haben noch zahlreiche Herausforderungen zu meistern, die vor allem in der weiteren Reduzierung von Gewicht und Kosten sowie in der Erhöhung der Zuverlässigkeit und Lebensdauer liegen. Hier sollten alle Hersteller stärker kooperieren, um einer Schlüsseltechnologie zum Durchbruch zu verhelfen.“
Technische Daten der Mercedes-Benz A-Klasse „F-Cell“:
Bei der „F-Cell“ findet das gesamte Brennstoffzellensystem im Sandwich-boden der Mercedes-Benz A-Klasse mit langem Radstand Platz. Mit den Tankbehältern die das Brennstoffzellensystem direkt mit komprimiertem Wasserstoff (350 bar) versorgen, hat die „F-Cell“ einen Aktionsradius von rund 150 Kilometern. Der Verbrauch an Wasserstoff entspricht dabei einem Äquivalent von 4,2 Litern Dieselkraft-stoff auf 100 Kilometern.
Der Elektromotor leistet 65 kW, wobei sein Fahrverhalten insbesondere im Stadtverkehr beeindruckend ist. In rund 16 Sekunden beschleunigt das Fahrzeug von Null auf 100 km/h, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 140 km/h. Mit diesen Fahrleistungen ist die „F-Cell“ alltagstauglich. Hinzu kommt die völlige Emissionsfreiheit und ein außerordentlich leiser Betrieb. Die Mercedes-Benz A-Klasse „F-Cell“ ist damit besonders für urbane Regionen ein Fahrzeug mit vielen Vorzügen für den Fahrer, die Umwelt und die Anwohner.
Brennstoffzelle im Praxistest glänzend bewährt: Der Hermes Sprinter seit einem Jahr im Einsatz
Mehr als 16 000 Kilometer in allen Jahreszeiten absolviert
Fahrleistungen übertreffen die Erwartungen
Im Alltagsbetrieb einfach, komfortabel wie ein Pkw und problemlos zu fahren
Stuttgart, 07.10.2002
Nach dem ersten Jahr des Praxistests übertreffen die Erfahrungen die Erwartungen der Ingenieure und des Kunden. Vor rund einem Jahr startete DaimlerChrysler zusammen mit dem Hamburger Hermes Versand Service eine Kooperation, um den Mercedes-Benz Sprinter mit Brennstoffzellenantrieb im Alltagsbetrieb beim Kunden zu erproben.
Bereits im ersten Jahr der zweijährigen Testphase brachte der Sprinter eine Laufleistung von mehr als 16 000 Kilometern. Die Reichweite von 120 bis 150 Kilometern des mit komprimiertem Wasserstoff betriebenen Fahrzeugs ist ausgerichtet auf die Anforderungen des täglichen Lieferverkehrs.
Besonders beeindruckt waren die Nutzer vom leisen und emissionsfreien Betrieb des Sprinters. Überzeugt haben vor allem die einfache und bequeme Bedienung sowie das dynamische Anfahrverhalten. Gerade im Stadtverkehr und im Stop-and-go- Lieferbetrieb sorgen diese Eigenschaften für einen hervorragenden Gesamteindruck.
Dr. Ferdinand Panik, Leiter der Brennstoffzellenentwicklung bei DaimlerChrysler: „Mit dem Sprinter des Hermes Versand Service haben wir es erstmals gewagt, ein Brennstoffzellenfahrzeug in Kundenhand zu geben. Wir haben gesehen, dass das Fahrzeug gerade unter den harten Alltagsbedingungen eines Lieferverkehrs die Vorteile dieser neuen Technologie voll ausspielen kann und sehen darin eine große Motivation, auf diesem Weg weiterzugehen“.
Dr. Wolfgang Fürwentsches, Geschäftsführer des Hermes Versand Service, über die bisherigen Erfahrungen: „Wir haben als Betreiber eines 3.400-Transporter-Fuhrparks und Großkunde von DaimlerChrysler den Anstoß dazu gegeben, umweltfreundliche Technologien im Nutzfahrzeugbereich voranzubringen. Die positiven Erfahrungen mit dem Mercedes-Benz Brennstoffzellen Sprinter bestärken uns in der Ansicht, dass diese Antriebstechnologie das zukunftsfähigste Konzept ist.“
Fahrzeugtechnik:
Der Sprinter des Hermes Versand Service ist ein Prototyp des Mercedes-Benz Transporters und ein echtes Null-Emissionsfahrzeug. Es besitzt ein Brennstoffzellensystem das gemeinsam mit der Firma Ballard entwickelt wurde. Es ist im Unterflurbereich angeordnet, der Laderaum wird nicht einschränkt. Für den dynamischen Frontantrieb sorgt ein Elektro-Asynchron-Motor mit 55 kW Leistung. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 120 km/h. Als Kraftstoff wird hochkomprimierter Wasserstoff (350 bar) in sechs Drucktanks mitgeführt.
DaimlerChrysler als Pionier der Brennstoffzellen-Technologie:
DaimlerChrysler hat 1994 mit dem NECAR 1 als erster die technische Machbarkeit der Brennstoffzellentechnologie für Straßenfahrzeuge demonstriert. Seither hat das Unternehmen 20 Konzeptfahrzeuge mit diesem umweltverträglichen und leisen Antriebssystem ausgerüstet. Die nächste Entwicklungsphase ist die Erprobung in Kleinflotten. DaimlerChrysler hat dazu im Oktober 2002 die ersten Fahrzeuge, einen Mercedes-Benz Citaro Stadtbus sowie F-Cell A-Klassen vorgestellt. Diese Fahrzeuge werden ab 2003 bei Kunden in europäischen Verkehrsbetrieben und in internationalen Demonstrationsprojekten im Einsatz sein.
Die Brennstoffzelle bietet unter den alternativen Antrieben die besten Zukunftsaussichten. Sie arbeitet völlig schadstofffrei: Bei der Reaktion von Wasserstoff und Sauerstoff unter Freisetzung von elektrischer Energie, die das Fahrzeug antreibt, entsteht lediglich Wasserdampf. Zudem hat der Brennstoffzellen-Antrieb einen rund doppelt so hohen Wirkungsgrad wie der Otto-Motor und ist außerordentlich leise und wenig verschleißanfällig. Gerade im Stadtverkehr ist der emissionsfreie und leise Betrieb ein bedeutender Vorteil. Wasserstoff als Kraftstoff ist für Lieferdienste oder den Flottenverkehr mit Bussen und Taxis deshalb eine geeignete Lösung, weil diese Brennstoffzellen-Fahrzeuge regelmäßig zu einer zentralen Tankstelle zurückkehren.
Hermes Versand Service setzt auf Zukunftstechnik
Der Hermes Versand Service wurde 1972 vom Otto Versand gegründet, hat heute rund 10.500 Beschäftigte und besitzt eine Flotte von 3.400 Transportern. Das Unternehmen stellte im Jahr 2001 rund 172 Millionen Sendungen zu und erzielte einen Umsatz von 407 Mio. Euro. |